Die Hauptmänner der
Stadtgarde Memmingen
     
1950 - 1961
Fritz Leitner
      
1962 - 1972
Rudl Geiger
1973 - 1980
Wolfgang Schmid
1981 - 1988
Rudi Würstle
1989 - 1994
Waggi Kleimaier
1995 - 2015
Werner Eberhardt
seit 2016 
 Fritz Schatz


Hauptmanntreffen am 26.10.1996
von links nach rechts:
Werner Eberhardt, Waggi Kleimaier, Rudi Würstle,
Wolfgang Schmid, Rudl Geiger, Fritz Leitner
Die Memminger Stadtgarde

Die Stadtgarde Memmingen ist eine Gruppe des Fischertagvereins Memmingen, die als eine Standardtruppe zum Ablauf des Memminger Fischertags gehört.

Sie ist ein Symbol der Wehrhaftigkeit und des selbständigen Wehrwillens der freien Reichstadt Memmingen, die ja als Glied des Deutschen Reiches ein selbständiger Reichsstand war und sich dadurch verpflichtet hatte, sowohl zur eigenen Verteidigung als auch zur Verteidigung des Reiches gegen äußere Feinde oder Reichsfeinde ein eigenes Truppenkontingent zu stellen. Dieses wurde nach der Einwohnerzahl berechnet und setzte sich im Mittelalter und in der beginnenden Neuzeit aus wehrfähigen Bürgersöhnen zusammen. Im 18. und 19. Jahrhundert warb man dafür eigene Soldaten an, die von der Stadt besoldet wurden. Es waren dies keine Bürger mehr, sondern Männer von auswärts, die in fremdem Kriegsdienst standen, also gewissermaßen Söldner, die gegen Geld Kriegsdienste leisteten.

Daß diese Truppe dadurch nicht mehr sehr schlagkräftig war, liegt auf der Hand, zumal der Sold natürlich nicht sehr hoch war. So bestand die Truppe z. T. aus Veteranen oder Landstreichern, die froh waren, irgendwo ein Unterkommen zu finden. Diesen Zustand stellt die heutige Stadtgarde dar, die somit eine Selbstverspottung der Memminger ist. Die Garde ist ein Bild jener Zeit, in der der Höhepunkt der Reichstadt längst vorbei ist und nur noch der Schein von vergangenen Zeiten zeugt. Die Memminger nehmen sich mit der heutigen Stadtgarde selber lächelnd auf die Schippe und betreiben so auf humorvolle Art Vergangenheitsbewältigung.

So erklärt sich der Zustand der Truppe, die alles andere als stramme Soldaten zeigt. Die Verpflegung wird mitgeschleift, Troßweiber sorgen für das weibliche Element wie auch für die körperliche und seelische Ertüchtigung. Strümpfe werden selber gestrickt und der Alkohol ist ein lieber Freund der Soldaten. Obwohl sich der Stadthauptmann sehr um die Disziplin seiner Soldaten kümmert, sieht das Dienstreglement und das Exerzieren alles andere als stramm aus. Dieser Gegensatz zu anderen, sich selbst todernst nehmenden Garden, wird sehr gepflegt, sozusagen als Spiegelbild des verlotterten Deutschen Reiches im 18. Jahrhundert. Insofern nimmt die Memminger Stadtgarde eine Sonderstellung in der Reihe der süddeutschen Stadtgarden ein, auf die die Memminger Garde recht stolz ist.

Gegründet wurde die Stadtgarde in der heutigen Form 1950 als eine Dauertruppe des Fischertages, die nun zum ständigen Erscheinungsbild dieses Festes gehört und zusammen mit dem Büttel am Anfang dieses alljährlichen Heimatfestes steht.

Uli Braun, Heimatpfleger